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"Die Verkennung des Machtstrebens führt Freud zu einer völlig erzwungenen dualen Klassifizierung der Triebe. Wenn er den Begriff der Macht und die Mechanismen des Machtstrebens studiert hätte, würde er nicht die Aggression ausschließlich mit der Destruktion und dem Todestrieb, noch würde er auf der anderen Seite den Selbsterhaltungstrieb mit dem Eros identifizieren. Der Selbsterhaltungstrieb kann Aggression auslösen, aber auch umgekehrt kann die Aggressivität sich veredeln und in den Dienst der Kultur stellen – auch als Herrschaft." (Notat 4511 aus dem Nachlass, http://www.iablis.de/iablis_t/2014/kondylis14.html)

"Freud stützt in vielen seiner Formulierungen das Lust-Unlust-Prinzip auf das princip of stability to Fechner: Lust ist das Verbleiben in der stability dank der Vermeidung unangenehmer Reize, Senken der Spannung, Unlust das Gegenteil, also accumulation of tension, dann ensteht the necessity to withdraw from extensive stimulation. Auf jeden Fall notierte Freud a difference in the effectiveness of the protective barrier gegen innere und äußere Reize. Doch besonders die Entwicklung des Menschen führt zur (Teil-) Befreiung von der Abhängigkeit von äußeren Reizen (vom Instinkt zum Trieb!). Von dem Moment an, wo aus ihrer Erinnerung Wünsche entstehen und zugleich der Wunsch zur Wiederholung von Reizen, kann die Interpretation von Freud über das Lust-Unlust-Prinzip keinen Bestand haben. Das unpleasure principle regulates gewiss the withdrawel response, aber das Lust-Prinzip, das zum Leben gehört und gleichermaßen notwendig ist, regulates genau das Gegenteil, also the approach response. Das Stabilitätsmodell von Freud gilt so nur für das Unlust-Prinzip, welches das primitivste ist, während das Lust-Prinzip regulates the need to re-create by action or by fantasy any situation which has created the experience of satisfaction." (Notat 4388 aus dem Nachlass,http://www.iablis.de/iablis_t/2014/kondylis14.html)

"In seinen Spätschriften bestimmt Freud das Nirwana-Prinzip Todestrieb aufgrund des Konstanzprinzip[s], und stellt es dem Eros gegenüber, als Prinzip der Bewegung und des Lebens. Der erste jedoch kann kein Trieb sein, weil the need to withdraw from the source of pain and danger has not achieved in the course of evolution the degree of internalization which is the basis for an instinctual drive. There is no motivational force to seek an object in order to withdraw from it. Andererseits geht der Wiederholungszwang, den Freud für den Todestrieb annimmt, nicht mit ihm, sondern mit dem Lustprinzip zusammen: Die Wiederholung zielt auf eine nachprüfende Vernichtung einer traumatisierten Situation ab, diese entsteht also wieder, damit ihr dieses Mal richtig begegnet wird. The ego’s unconscious wish to undo the traumatic situation cannot be satisfied without reliving the latter in endless variation." (Notat 4388 aus dem Nachlass,http://www.iablis.de/iablis_t/2014/kondylis14.html)

"Zusammenhang zwischen der Frühgeburt des Menschen, seiner Hilflosigkeit und dem zusätzlichen Bedürfnis geliebt zu werden – ein Bedürfnis, das sich schnell in Narzissmus und Machtstreben verwandelt. Dieser Zusammenhang, der zu den Folgerungen von Bolk und Portmann (Fötalisierung) passt, drückt schon Freud 1926 aus: Hemmung, Symptom und Angst, GW, XIV, 186f." (Notat 4391 aus dem Nachlass,http://www.iablis.de/iablis_t/2014/kondylis14.html)

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