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„Die letzte, nicht weiter reduzierbare Wirklichkeit besteht aus Existenzen, Individuen oder Gruppen, die für ihre Selbsterhaltung und dabei notgedrungen auch um die Erweiterung ihrer Macht bestrebt sind, weshalb sie sich als Freund oder Feind begegnen und Freunde und Feinde je nach den Bedürfnissen des Selbsterhaltungs- oder Machtstrebens wechseln.“ (Macht und Entscheidung, S.119)

„Freundschaft ergibt sich also nicht aus der gemeinsamen Zielsetzung als solche, sondern aus der Übereinkunft darüber, welchen Rang jede Seite bei der Verfolgung des gemeinsamen Ziels einnimmt und welche Vorteile sie aus seiner Realisierung zieht. Wird diesbezüglich keine Übereinstimmung erzielt, so muß sich eben infolge der Gemeinsamkeit im Ziel der Konflikt verschärfen, und zwar aus demselben Grunde, aus dem der Metzger nicht mit dem Obsthändler von gegenüber, sondern mit dem Metzger von nebenan verfeindet ist.“ (Kondylis, Panajotis: Das Politische im 20. Jahrhundert. Von den Utopien zur Globalisierung, Manutius Verlag, Heidelberg, 2001, S.73)

„Nähe, nicht Distanz schafft Friktionen.“ (Kondylis, Panajotis: Planetarische Politik nach dem Kalten Krieg, Akademie Verlag, Berlin,1992, S.27)

"Innerhalb der Politik bestehen Beziehungen von Freunden und Feinden, aber diese bestehen auch außerhalb der Politik, also muss die spezifische Qualität der Politik woanders gesucht werden" (Interview mit Sp. Koutroulis http://kondylis.net/Interview2,2.pdf)

„Im allgemeinen gilt, daß jede theoretische Position als Gegenposition entsteht. Falsch ist das, was der Feind behauptet […] die eigene Wahrheit muß sich auf Entscheidung und Identität des Feindes destruktiv auswirken.“ (Kondylis: Macht & Entscheidung, S.96)

„Feind ist kurzum alles, was Angst einflößt, wovon Gefahr ausgeht.“ (Kondylis: Macht & Entscheidung, S.35)

"„Weil die Feinde die gleiche Feindschaft teilen müssen, müssen sie auch die gleiche Denkstruktur teilen. Und weil sie, als Feinde, existenziell verschieden sind, müssen sie sich zu einem jeweils anderen Denkinhalt bekennen.“ (Kondylis: Macht & Entscheidung, S.68)

(4368) "Feindschaft Die natürliche Reaktion gegenüber Fremdheit ist entweder Vermeidung oderAversion. In beiden Fällen handelt es sich nicht um Feindschaft – bzw. Fremdheit genügt nicht, um Feindschaft hervorzubringen (davon abgesehen, entsteht Feindschaft in ähnlicher Weise auch bei Personen, die sich lieben). Die Feindschaft ist eine positive Beziehung, sie entsteht durch ein Handeln, bei dem meine Identität radikal in Frage gestellt wird (oder vor allem ›etwas‹, mit dem ich meine Identität verbinde.)" (Nachgelassene Notate, http://www.iablis.de/iablis_t/2014/kondylis14.html)

"Da die Beziehung Freund-Feind eine Größe der sozialen Ontologie ist, kann sie nicht im spezifischen Sinn als Kriterium für die Bestimmung des politischen Elementes brauchbar sein. Ich unternehme also keine epistemologisch unerlaubte Erweiterung eines politischen Kriteriums in Richtung der sozialen Ontologie, sondern umgekehrt hat Carl Schmitt eine epistemologisch unerlaubte Einengung eines Parameters der sozialen Ontologie vorgenommen, um auf diese Weise die Bestimmung des politischen Elementes zu erhalten. [...] Der Bereich der sozialen Ontologie, nämlich die soziale Realität in ihrer Gesamtheit, besteht aus sozialen Beziehungen, aber diese Beziehungen sind nicht alle öffentlich und politisch, sondern ebenso privat und als solche politisch indifferent. Wie wir alle wissen, bestehen Freundschaft und Feindschaft immer in unterschiedlichen Graden sowohl im öffentlich politischen als auch im privaten apolitischen Raum. Die Beziehung von Freundschaft und Feindschaft charakterisiert die soziale Beziehung in ihrer Gesamtheit und nicht nur die politische Beziehung. Die politische Beziehung ist eine soziale Beziehung, aber nicht alle sozialen Beziehungen sind politisch. [...] Innerhalb der Politik bestehen Beziehungen von Freunden und Feinden, aber diese bestehen auch außerhalb der Politik, also muss die spezifische Qualität der Politik woanders gesucht werden" (Interview mit Sp. Koutroulis http://kondylis.net/Interview2,2.pdf)

"Nun ist die Existenz von Freunden und Feinden auch innerhalb der Politik eine Feststellung, die ganz unabhängig von unseren moralischen Präferenzen und Wünschen ist. Das heißt, es ist empirisch allenthalben bekannt, dass auf allen Ebenen die politischen Subjekte mit den einen übereinstimmen und gegen die anderen kämpfen, eventuell mit blutigen Mitteln. Auch ist offensichtlich, dass die Formel „Freundschaft–Feindschaft“ nicht nur von Feindschaft spricht, wie sie viele interpretieren und dabei verfälschen, sondern ebenso die Freundschaft als Bedingung für die Ausübung von Politik enthält. Auf Grund dieser unbestreitbaren Gegebenheiten widerspreche ich der Definition des Politischen bei Carl Schmitt; und damit widerspreche ich zugleich auch den Thesen derer, die seine Definition ablehnen, icht etwa für logisch verfehlt halten (übrigens hat niemand von ihnen den logischen Fehler wahrgenommen) – , sondern weil sie glauben möchten, dass sowohl aus der Politik als auch aus den übrigen sozialen Beziehungen das Element der Feindschaft sowie die stete Möglichkeit der Weiterentwicklung dieses Elementes zu einem tödlichen Konflikt beseitigt werden können. Solchem naiven Glauben kann man Folgendes entgegenhalten: a) Wenn wir die Definition der Politik auf der Grund lage des doppelten Kriteriums der Freundschaft und Feindschaft ablehnen, dann muss die Entfernung der Feindschaft aus dieser Definition auch die Entfernung der Freundschaft mit sich bringen. b) Die Existenz von Feindschaft (oder Freundschaft) in der Politik und die Definition der Politik auf Grund der Freundschaft und Feindschaft sind zwei ganz unterschiedliche Dinge. Deshalb irren sich diejenigen, die glauben, die Politik könne humaner gestaltet werden, indem sie die Definition Carl Schmitts ablehnen. (Interview mit Sp. Koutroulis http://kondylis.net/Interview2,2.pdf)

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