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„Nur ethisch legitimierte Macht ist herrschaftsfähig und nur ethisch legitimierte Macht kann eine Herrschaft stürzen.“ (Kondylis: Philosoph & Macht, S.11)

Macht kann sich „nur als das Andere oder das Gegenteil von sich selbst behaupten und erweitern“ (Kondylis: Macht und Entscheidung, S.51)

Wenn Machtstreben anthropologisch verankert ist, dann lässt „sich der ethische Relativismus kaum vermeiden, da Normen und Werte als Funktionen sozialer Macht und Herrschaft gedeutet werden müssen.“ (Kondylis: Philosoph & Macht, S.22)

Macht, die sich „als Frucht eines nackten subjektiv-‚freien’ Willens“ zu erkennen gibt, hat „innerhalb organisierter Gesellschaften keine Aussicht auf bleibenden Erfolg.“ (Kondylis: Macht und Entscheidung, S.54)

„Wo Machtansprüche fehlen, muss sogar nicht bloß das Enthalten von praktischen Empfehlungen, sondern auch das totale Schweigen folgen.“ „Alles kann man entbehren – und nicht zuletzt die wissenschaftliche Erkenntnis des Seins – wenn man nur Bescheid darüber weiß, wie man sich im Leben verhalten und orientieren soll.“ (Kondylis: Macht und Entscheidung, S.127)

„Nur wer Machtansprüche erhebt, beeilt sich auch, die Befolgung eines Sollens zu empfehlen. Jede solche Empfehlung impliziert, dass der Empfehlende sich gleichzeitig als Kenner von Gut und Böse und daher als würdiger Führer von Menschen empfiehlt." „Selbst die öffentliche Mitteilung der wertfreien dezisionistischen Theorie bildet eine Inkonsequenz, die auf schriftstellerische Eitelkeit oder auf Lust an der Provokation zurückgeht." (Kondylis: Macht und Entscheidung, S.127)

"Gewalt ist das Mittel, Macht ist der Zweck; wer Gewalt nicht als Mittel zur Macht einsetzt, ist politisch belanglos (so z.B. ein Verbrecher)" (Notat 3850 aus dem Nachlass, http://www.iablis.de/iablis_t/2013/kondylis13.html)

"Autorität: Gehört zur Herrschaft, bildet das, was an der Herrschaft Macht ist. Die Autorität gehört wesensgemäß zur Macht, nicht zur Herrschaft" (Notat 3851 aus dem Nachlass, http://www.iablis.de/iablis_t/2013/kondylis13.html)

"Macht = die Fähigkeit eines individuellen oder kollektiven Subjekts, das eigene Selbstverständnis als objektiv wahre Schilderung durchzusetzen. (So wird Einfluss gewonnen usw., vorausgesetzt im Selbstverständnis ist der Anspruch enthalten.)" (Notat 3852 aus dem Nachlass, http://www.iablis.de/iablis_t/2013/kondylis13.html)

"In der Herrschaft ist zu unterscheiden zwischen Führer von Menschen und Besitzer des Landes." (Notat 3853 aus dem Nachlass, http://www.iablis.de/iablis_t/2013/kondylis13.html)

"Die Gewalt ist notwendig für die Funktion der Gesellschaft, aber diese Funktion ist bei ständiger Gewaltausübung schwach. Diese grundlegende Doppelnatur in der sozialen Anwesenheit der Gewalt bestimmt den Charakter der Herrschaft, bei der die Gewalt monopolisiert und beschränkt wird. Auf der Ebene der Macht kann die Einschränkung der Gewalt bis zur ideologischen Ächtung reichen." (Notat 3854 aus dem Nachlass, http://www.iablis.de/iablis_t/2013/kondylis13.html)

"Herrschaft - Dem Befehl wird gehorcht, weil der Gehorsame sich von vornherein verpflichtet fühlt, zu gehorchen (Leviathan, XXVI) (3856) In jeder Herrschaftsform muss das Dass vom Was des gesetzten Rechts unterschieden werden. Das Dass (also die Existenz des gesetzten Rechts überhaupt) bezieht sich auf einige formale Konstanten menschlicher Natur, das Was (also der konkrete Inhalt des gesetzten Rechtes, so wie es der Herrscher bestimmt) ist unendlich plastisch, weil dies auch die menschliche Natur ist: ihre Konstanten haben formal genau die Bedeutung, sich mit den verschiedensten Inhalten vereinigen zu können." (Notat 3855 aus dem Nachlass, http://www.iablis.de/iablis_t/2013/kondylis13.html)

"Die Beweglichkeit der sozialen Systeme lässt sich durch den Unterschied zwischen Macht und Herrschaft erklären, die die Existenz einiger verschiedener Machtpole erlaubt, die sich gegenseitig bekämpfen und den sozialen Körper in dauernder Spannung halten, teils mehr und teils weniger." (Notat 3857 aus dem Nachlass, http://www.iablis.de/iablis_t/2013/kondylis13.html)

"Die Herrschaft verbindet sich, wenigstens wenn ihre Form ziemlich dauert, mit bestimmten äußerlichen Symbolen und Emblemen. Die Macht ist sehr persönlich und hat viele Gesichter, weil jeder Macht hervorbringen und bewahren kann, während er seine eigenen Symbole und Embleme ausarbeitet." (Notat 3858 aus dem Nachlass, http://www.iablis.de/iablis_t/2013/kondylis13.html)

"Die Autorität passt sich sowohl der Macht als auch der Herrschaft an. Doch Autorität, die sich mit Macht verbindet, unterscheidet sich von der, die sich mit Herrschaft verbindet; die, die sich mit Macht verbindet, ist also umfassender und unbestimmter, weniger verbunden mit sichtbaren Symbolen und Emblemen, unabhängig von ihren Trägern." (Notat 3859 aus dem Nachlass, http://www.iablis.de/iablis_t/2013/kondylis13.html)

Ähnlich Max Weber „Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht. Herrschaft soll heißen die Chance, für einen Befehl bestimmten Inhalts bei angebbaren Personen Gehorsam zu finden." (Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriss der verstehenden Soziologie, Tübingen, 5. Auflage, 1976, S.28)

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