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"Menschenrechte, die wirklich diesen Namen verdienen, könnte nur ein universaler Staat verleihen, vor welchem alle Menschen in direkter und gleicher Beziehung stehen, das heißt unmittelbar alle ihre Rechte von ihm erhalten würden als dem Vertreter der ganzen Menschheit. Nur wer die gesamte Menschheit vertritt, kann den einzelnen Menschen nur durch seine Eigenschaft, Mensch zu sein, unabhängig von nationalen Attributen oder solchen des Stammes, Menschenrechte zugestehen." (Interview mit Sp. Koutroulis http://kondylis.net/Interview2,2.pdf)

"Die illegalen Einwanderer werden natürlich gemäß der (veränderbaren) Verordnungen des „Rechtsstaates“ des Landes verwiesen, nicht weil sie keine Menschen sind, sondern weil sie keine Franzosen, Griechen, Deutsche und so weiter sind. In diesem kritischen Fall erweist sich das Kriterium der Nationalität als entscheidend und nicht die etablierte Rhetorik der „Menschenrechte“. (Interview mit Sp. Koutroulis http://kondylis.net/Interview2,2.pdf)

"... so haben auch die Menschenrechte ihre souveränen und verbindlichen Deuter. Die USA bestimmen verbindlich durch die Flotte und die Luftherrschaft die Menschenrechte in Bosnien, aber die Bosnier können die Menschenrechte nicht verbindlich bestimmen, zum Beispiel die Abschaffung der Todesstrafe in den USA durchsetzen. Die USA behalten sich das sehr menschliche Recht vor, den Iran und Saudi Arabien unterschiedlich zu behandeln. Obwohl die Situation der Menschenrechte in diesen beiden Ländern sehr ähnlich ist. In wenigen Worten: Die politische Ausbeutung der Menschenrechte, nämlich ihre Benutzung als ein Instrument für das Ausüben von Druck und für Intervention, ist unabwendbar, weil solche „Rechte“ nur von den Mächtigeren den Schwächeren oktroyiert werden können, aber im umgekehrten Fall keine institutionelle Regelung möglich und funktional ist. Die „Menschenrechte“ werden somit in ein politisches Instrument verwandelt, innerhalb einer planetarischen Situation, deren Dichte natürlich die Verwendung universaler Ideologeme notwendig macht, in welcher aber die verbindliche Deutung dieser Ideologeme immer den Vorsätzen und den Interessen der stärkeren Nationen obliegt." (Interview mit Sp. Koutroulis http://kondylis.net/Interview2,2.pdf)

"Ich setze den Ausdruck „Menschenrechte“ in Anführungszeichen, weil solche Rechte heute auf dem Papier existieren, im Kopf der Philosophen oder auf den Lippen von Propagandisten, nicht aber in der Realität. Es gibt „Rechtsstaaten“, aber es gibt keine Menschenrechte, wenn wir den Begriff buchstäblich nehmen. Als Menschenrecht kann nur ein Recht gelten, das alle Menschen genießen und nur von der Tatsache her, dass sie Menschen sind, das heißt ohne Vermittlung von Machtinstanzen und kollektiven Subjekten (zum Beispiel von Nationen und Staaten), die in begrifflicher und natürlicher Hinsicht enger als die Menschheit als Ganzes sind." (Interview mit Sp. Koutroulis http://kondylis.net/Interview2,2.pdf)

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