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"Die Menschen gefallen sich im Glauben (und sie stärken ihre gesellschaftliche Position, wenn sie auch andere zu diesem Glauben bringen), dass ihre Werte, nämlich das von ihnen verkündete Sollen, nicht subjektiv, also kein relatives und vergängliches Konstrukt sei, sondern sich aus der Natur der Dinge ergebe, also eine objektive Verbindlichkeit besitze. Die praktische Konsequenz ist offensichtlich: Wer das Sein richtig liest, ist legitimiert, die anderen im Namen des Sollens zu führen. Die Verwobenheit von Sein und Sollen (wie wir sie in der Idee Gottes oder im Begriff der Natur oder des Menschen finden) diente immer den Zwecken der Herrschaft und der Macht." (Interview mit Sp. Koutroulis http://kondylis.net/Interview2,2.pdf)

"Das wertbeladene Sollen ergibt sich nicht aus irgendeinem empirischen Sein, sondern nur aus einem ebenfalls wertbeladenen Sein. Auf dieser Ebene bewegt sich das moralisch-normative Denken (gleichgültig, ob es theologisch ist und das Sein mit Gott benennt oder atheistisch ist und das Sein mit Ratio benennt). Umgekehrt bedeutet die wissenschaftliche Unterscheidung von Sein und Sollen, dass kein empirisch gegebenes Sein existiert, aus dem ein wertbeladenes Sollen geschöpft werden kann" (Interview mit Sp. Koutroulis http://kondylis.net/Interview2,2.pdf)

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